Sprachtherapie

Sprachentwicklungsstörungen

logopaedie-potsdam-sprachentwicklungsstoerung-therapie
Im Rahmen der logopädischen Diagnostik äußert die 4,5-jährige Klara den folgenden Satz: „Tatse bei Sessin sitzt.“ („Die Katze sitzt bei der Prinzessin). Es ist erkennbar, dass sie den Laut /k/ durch /t/ ersetzt und er zum Teil die Wortstruktur verändert. Auf grammatischer Ebene lässt Klara altersuntypisch den bestimmten Artikel aus und setzt das gebeugte Verb an das Satzende.

Was versteht man unter Sprachentwicklungsstörungen?

Bei einer Sprachentwicklungsstörung sind ein oder mehrere der folgenden Bereiche betroffen:

Kommunikation

Wortschatz/ Wortbedeutung

Grammatik

Lauterwerb

Textproduktion/ - verständnis

Sprachverständnis

Ursachen

Eine Sprachentwicklungsstörung kann durch Behinderungen, Hörstörungen oder andauernde Mittelohrentzündungen im 2. und 3. Lebensjahr verursacht werden.

Eine Sprachentwicklungsstörung ohne erkennbare organische Ursachen wird „spezifische Sprachentwicklungsstörung“ genannt.

Therapie

In der logopädischen Behandlung der Sprachentwicklungsstörung erfolgen direkte und indirekte Methoden oder eine Kombination von beiden. Bei der indirekten Therapie ist sich das Kind der Störung nicht bewusst und ihm wird durch den Therapeuten die sprachliche Zielstruktur immer wieder angeboten. Beim direkten Ansatz arbeitet das Kind wiederum bewusst mit. Aber auch hierbei erfolgt die Therapie meist spielerisch.

Störungsebenen

Störung des Lauterwerbs/ phonologische Störung

Bei einer phonologischen Störung weist das Kind Schwierigkeiten hinsichtlich des Lauterwerbs auf. Dies liegt z.B. dann vor, wenn nicht alle Laute altersentsprechend erworben worden und/ oder die Kombinationsregeln betroffen sind. In dem Fall hat das Kind den Laut zwar erworben, kann ihn aber nicht in allen Kombinationen anwenden. Beispiele für phonologische Störungen sind „tomm“ statt „komm“ oder „Bief“ statt „Brief“.

 

Störungen des Wortschatzes/ semantisch-lexikalische Störung

Bei einem Wortschatzdefizit kann einerseits das Wortverständnis betroffen sein, d.h. das Kind erlernt Wörter langsamer oder kann sie schlechter behalten. Andererseits kann der aktive Wortschatz auffällig sein, da der Umfang nicht altersentsprechend ist oder die Verwendung eines bekannten Begriffes unsicher erfolgt.

 

Störungen der Grammatik/ morphologisch-syntaktische Störung oder Dysgrammatismus

Hat das Kind die Regeln der Grammatik nicht altersentsprechend erworben, spricht man von einem Dysgrammatismus oder einer morphologisch-syntaktischen Störung. Das Kind benutzt z.B. falsche Endungen, fehlerhafte Artikel oder hat Schwierigkeiten mit der korrekten Plural-oder Kasusmarkierung und der Verwendung der Zeitenbildung. Es kommt zu Vertauschungen und Fehlen von Satzteilen, verkürzten Sätzen oder Schwierigkeiten hinsichtlich der Bildung von Nebensätzen.

 

Pragmatische Störung

Die betroffenen Kindern haben in einem Gespräch Schwierigkeiten, sprachliche und nicht-sprachliche Zeichen in Abhängigkeit der Situationen korrekt einzusetzen oder zu verstehen. Folgende Auffälligkeiten können auftreten: mangelnder Blickkontakt, eingeschränkte Gestik und Mimik, kein oder geringes Interesse an Gesprächen, nicht altersentsprechendes Gesprächsverhalten, Schwierigkeiten Gesprächsanteile einzuhalten.

Wir sind für Sie da

Wir behandeln alle Kassen und Privat. Vereinbaren Sie einfach telefonisch oder per E-Mail einen Termin.

0331 64 71 0818

Weitere Störungsbilder