Sprachtherapie

Sprachstörungen bei Erwachsenen

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Als ich aus meinem Koma erwachte, bemerkte ich, dass ich meinen rechten Arm und mein rechtes Bein nicht bewegen konnte. Ich wollte aufstehen, aber es ging nicht. (…) Endlich kam die Visite und ich sagte dies dem Arzt und den Schwestern. (...) Aber man lachte nur und sprach für mich in Worten, die ich nicht begreifen konnte. Ich habe mich noch nie so hilflos und verlassen gefühlt.

(Zitat aus der Broschüre Aphasie – Sprachstörungen nach dem Schlaganfall der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe)

Was sind Sprachstörungen bei Erwachsenen?

Sprachstörungen (Aphasien) im Erwachsenenalter werden durch eine Störung im Sprachzentrum verursacht. Auslöser für diese können z.B. ein Schlaganfall, Hirntumore, Schädel-Hirn-Traumata oder degenerative Erkrankungen sein.  Hierdurch kann es zu Störungen der Sprachproduktion, des Sprachverständnisses, des Lesens und Schreibens kommen.  Es kann z.B. die Wortfindung oder die Bedeutung eines Wortes, die Lautbildung und der Satzbau beeinträchtigt sein.

Je nach Art der Aphasie können z.B. folgende Symptome auftreten:

 

Sprachautomatismen

Silben, Wörter oder Floskeln treten immer wieder auf, ohne dabei einen Sinn zu ergeben

z.B. „Oh Gott oh Gott oh Gott oh Gott.”

 

Agrammatismus

Die Sprache des Patienten gleicht einem Telegramstil.

z.B. „Ja nun Frau…und Kind äh…und fahren….und Haus….besuchen.“

 

Paragrammatismus

Die Sätze sind zum Teil sehr lang und komplex, es treten Satzverschränkungen und Verdoppelungen von Satzteilen auf.

z.B. „Die Frau sieht etwas und es sieht aus, als ob sie, wenn sie den Teller da mit dem, der Teller da ist ja schon abgetrocknet, äh, oder will das Kind morgen noch mal die Tassen und Teller morgen machen.“

 

Paraphasien

Semantische Paraphasien

Es kommt zu Verwechslungen von Wörtern, deren Bedeutungen dicht bei einander liegen.

z.B. „Dann bin ich in die äh Küche duschen gegangen.“

Phonologische Paraphasien

Es treten Störungen bei der Auswahl und Kombination von Lauten auf.

z.B. „Kaffer“ statt „Koffer“

 

Neologismen

Der Patient bildet neue Wörter, die es nicht gibt oder verändert die Laute so, dass ein Wort nicht mehr erkennbar ist

z.B. „…dann ist sie wieder runtergefapst…“

 

Wortfindungsstörungen

Der Patient „sucht“ ein bestimmtes Wort.  Die Bedeutung des Wortes kann ungenau sein.

z.B. „Dann wollte ich nochmal, na zu, äh, na wie heißt das nochmal, zum na, äh, Schwimm, nee nicht Schwimmbad, ach Mann, das gibt es doch nicht. Ich wollte, ach ich komm nicht drauf.“

Es kommt jedoch auch vor, dass dem Patienten die Bedeutung klar ist, die Form des Wortes jedoch nicht abrufbar ist. Dem Patienten „liegt das Wort auf der Zunge.“

z.B. „Als ich klein war, hatten wir zuhause drei Hun, ach Quatsch, keine Hunde, wir hatte drei, na, diese, hier, die fangen immer die Mäuse.“

Ursachen

Eine Aphasie kann durch Hirnschädigungen verschiedenster Ursachen entstehen, z.B. Schlaganfälle, Schädelhirntraumata, Entzündungen des Gehirns, Hirntumore.

Therapie

Das wichtigste Ziel ist die Förderung der kommunikativen Fähigkeiten des Patienten, so dass eine Kommunikation im Alltag und eine Teilhabe am sozialen Leben gelingen können. Im Rahmen der Anamnese und Diagnostik werden die Fähigkeiten in den Bereichen Sprechen, Verstehen, Schreiben und Lesen ermittelt.

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