Tag der Logopädie

Auch wer nicht sprechen kann, hat viel zu sagen!

Logopädie-Sprache-Kommunikation

Am 6. März 2018 ist der Europäische Tag der Logopädie. Ein Tag, der sich rund um Sprache, Sprechen und Logopädie dreht. Dieses Jahr lautet das Thema „Unterstützte Kommunikation“. Es gibt Menschen, die Schwierigkeiten haben, über Lautsprache zu kommunizieren. All denen kann die Unterstützte Kommunikation Alternativen bieten, um sich mitteilen zu können. Ein Thema, dass deutlich macht: Logopädie ist viel mehr als Stottern oder Lispeln. Mit diesen 3 Aspekten möchte ich euch zeigen, wie vielfältig unsere alltägliche Kommunikation eigentlich ist.

1. Jeder möchte sich mitteilen

Kommunikation, Kontakt und Austausch sind wichtige Grundlagen für ein selbstbestimmtes Leben. Jeder möchte seine Gedanken und Wünsche deutlich machen. Wir sind isoliert, wenn wir uns nicht mitteilen können. Das Bedürfnis zu kommunizieren, ist so alt wie der Mensch selbst.

Die Sprache ist für uns Menschen das wichtigste Mittel zur Verständigung. Und sie ist für unsere gesamte Entwicklung von enormer Bedeutung. Mithilfe der Sprache entdecken Kinder die Welt, teilen sich anderen Menschen mit und knüpfen soziale Beziehungen.

2. Kommunikation ist mehr als Sprechen

Kommunikation ist aber so viel mehr, als sich nur verbal mit sich selbst und seiner Umwelt auseinander zu setzen. Wie wir kommunizieren, sagt auch viel über unsere Persönlichkeit aus. Es ist einfach ein Unterschied, ob jemand laut, leise, beherrscht oder aufbrausend ist. Als Logopädin ist Kommunikationsförderung also immer auch Arbeit an der Persönlichkeit.

Das fängt schon damit an, wie ich mich meinen Patienten zuwende. Ein Kind positiv anzunehmen, ihm zuzuhören und eine Beziehung zu gestalten, auf der wir miteinander Arbeiten können, ist vielleicht der wichtigste Aspekt meiner logopädischen Aufgabe.

Kommunikation ist ja weit mehr als die gesprochene Sprache. Das fängt bei Gestik, Mimik oder Tonfall an und geht aber darüber hinaus, wenn wir andere „Kommunikationssysteme“ wie etwa Gebärden denken. Der diesjährige Tag der Logopädie erinnert an die Menschen, die aufgrund von angeborenen oder erworbenen Schädigungen in der Kommunikation und sprachlichen Verständigung beeinträchtigt sind. Einige von ihnen haben umfassende Behinderungen in vielen Entwicklungsbereichen. Andere sind in ihrer Kommunikation mit fremden Personen beeinträchtigt, werden von vertrauten Personen aber durchaus verstanden.

Diese Menschen können durch den Einsatz von Unterstützter Kommunikation eine erhebliche Verbesserung ihrer Verständigung erreichen. Das kann der der Einsatz von Gebärden, Objekten, grafischen Symbolen oder technischen Hilfen sein, die die Kommunikation im Alltag intensiviert und verbessert werden. Wenn euch das näher interessiert, empfehle ich die Seite der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V.

3. Logopädie ist mehr als Stottern und Lispeln

Das Therapiespektrum ist ziemlich umfangreich – und komplex. Das wird nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass Sprache selbst ein komplexer Prozess und eine wahrliche Höchstleistung unseres Gehirns ist.

Sprache und Sprechen erfordern die unterschiedlichsten Fähigkeiten: ein koordiniertes Zusammenspiel der Muskeln des Sprechapparats, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Abstraktionsvermögen, aber auch solche Dinge wie Sozialverhalten und Persönlichkeitsentwicklung gehören da u.a. dazu.

Kein Wunder, dass die Ursache einer Störung des Kommunikationsvermögens dann auch in all diesen Bereichen liegen kann.

Logopädie berücksichtigt, dass an Sprache und Sprechen körperliche, geistige und seelische Vorgänge gleichermaßen beteiligt sind.

Eine sprachliche Beeinträchtigung betrifft immer den gesamten Menschen, seine psychische und soziale Befindlichkeit, seine Lernfähigkeit und seine kognitive Entwicklung. Und eine gute Sprachtherapie trägt diesen Aspekten Rechnung.

Ideen und Spiele zur Sprachförderung

Die meisten und wichtigsten Schritte des Spracherwerbs vollziehen sich bis zum fünften Lebensjahr. Den Spracherwerb könnt ihr euch wie ein genetisches Programm vorstellen, das einfach abgespult wird. Es braucht nicht viel, um das positiv zu beeinflussen: gemeinsames Spielen, Vorlesen und „Gespräche“ zwischen Kinder und Eltern. Vor allem hilft, wenn ihr mit euren Kindern Spaß an der Sprache habt. Dazu gebe ich hier immer wieder Tipps und empfehle Spiele, die sich aus logopädischer Sicht besonders gut eignen.

Falls ihr euch dafür interessiert, wie man in anderen Altersstufen die Sprachentwicklung des Kindes spielend fördern kann, schaut einfach mal in meine Blogartikel zur spielerischen Sprachförderung bei Babys , für 1- und 2-jährige Kinder und für 3- bis 4-Jährigen.



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