Sprachförderung

Meine 3 liebsten Wortschatz-Spiele für Kinder

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Eltern unter euch dürfte das bekannt vorkommen: Während einer langen Autofahrt zieht sich die Zeit für Kinder oft wie Kaugummi. Da sind Spiele wie „Ich packe meinen Koffer“ oder „Ich sehe was, was du nicht siehst“ ein schöner Zeitvertreib. Diese Spiele machen in erster Linie Spaß. Sie fördern aber auch die auditive Merkfähigkeit, die Konzentrations- und Gedächtnisleistung – und vor allem den Wortschatz der Kinder. Hier sind meine 3 liebsten Wortschatz-Spiele.

1. Ich sehe was, was du nicht siehst

Es ist das perfekte Ratespiel für kleine Kinder: Man braucht nichts weiter und es kann immer und überall gespielt werden. Die Regeln sind denkbar einfach: Ein Kind darf sich einen Gegenstand im Raum aussuchen. Hat es sich entschieden, sagt es den Satz:

Ich sehe was, was du nicht siehst. Und das ist (Farbe benennen).

Alle anderen Mitspieler dürfen nun raten, welcher Gegenstand gemeint ist. Wer es als erstes richtig errät, darf sich den nächsten Gegenstand aussuchen.

Die fortgeschrittene Variante

Ist der zu erratende Gegenstand nicht gleich beim 1. Rateversuch entdeckt, können weitere Eigenschaften preisgegeben werden:

Ich sehe was, was du nicht siehst. Und das ist (Form benennen).

Es können immer weitere Eigenschaften genommen werden, wie Größe, Entfernung, Struktur usw. Bis das Rätsel gelöst ist.

Ich mag dieses Spiel, weil es nicht nur den Wortschatz fördert, sondern auch die Achtsamkeit, also das genaue Beobachten und Beschreiben.

2. Ich packe meinen Koffer

Das ist ein weiterer Klassiker unter den Wortschatzspielen. Wer gewinnen will, muss beweisen, dass er ein Elefantengedächtnis hat. Man kann das Spiel mit beliebig vielen, mindestens aber 2 spielen. Meistens klappt es mit Kindern ab 5 Jahren. Der jüngste Mitspieler fängt an:

Ich packe meinen Koffer und nehme ein Buch mit.

Dann kommt der Nächste:

Ich packe meinen Koffer und nehme ein Buch und einen T-Rex mit.

Dann der Nächste:

Ich packe meinen Koffer und nehme ein Buch, einen T-Rex und eine Zahnbürste mit.

Und so weiter. Wer einen der vorher genannten Begriff vergisst oder die Reihenfolge verwechselt, scheidet aus oder muss eine vorher vereinbarte Aufgabe lösen.

Alternativ muss bei kleineren Mitspielern die Reihenfolge der Gegenstände nicht exakt eingehalten werden.

Eine andere beliebte Variante ist, wenn zu den genannten Gegenstände eine Geste hinzu kommt, die der nachfolgende Spieler ebenfalls wiederholen muss.

Wer am Ende übrig bleibt, hat gewonnen – und ein Elefantengedächtnis. Ein Spiel für viel Spaß, wenn es in Bus, Bahn oder Auto mal wieder länger dauert.

3. Memory

Wer schon einmal Memory mit Kindern gespielt hat, weiß, dass das kein Honigschlecken ist. Unglaublich, wie schnell und gut sich viele kinderleicht merken, wo was war. Warum Kinder die besseren Memory-Spieler sind, hat auch schon die Wissenschaft beschäftigt.

Zunächst für euch zur Info: Memory kommt aus dem Englischen und bedeutet „Gedächtnis“. Es ist eine von Ravensburger eingetragene Marke (ja, wirklich!) und funktioniert nach dem Pairs-Prinzip: Paare gleicher, verdeckt aufliegender Kärtchen müssen durch Aufdecken im Wechsel der Spieler erkannt werden.

Ob Gemüse, Tiere, Baustelle, Helden, Märchenfiguren oder oder oder – Memory ist eine wunderbare Gelegenheit für eure Kinder, den Wortschatz spielend zu erweitern.

Alternativ kann man auch an die Memorykarten Büroklammern stecken und
sie dann mit einem Angelspiel angeln und benennen lassen, welchen „Fisch“ man da gezogen hat.

Freude am Sprechen

Diese 3 Spiele zeigen ganz deutlich, dass es eigentlich keine komplexen Methoden und Konzepte braucht, um Kinder in ihrer Sprachentwicklung zu fördern. Es sind 3 einfache Möglichkeiten, die zum Sprechen anregen. Mit Spiel und Spaß kann auch Sprechfreude vermittelt werden. Der Wortschatz erweitert sich dabei wie von selbst.



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